Luftaufnahme von Schömberg 2009
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Schömberg

Erste urkundliche Erwähnung findet Schömberg mit der Bezeichnung „Schamberg“ im „Codex hirsaugiensis“, der Schenkungsurkunde an das Kloster Hirsau um das Jahr 1180.  Entstanden ist der Ort aus einem sogenannten „Waldgang“, den die Grafen von Calw zur Kolonisation veranlassten. Durch Rodung entstanden Freiflächen für Gehöfte und die zu bewirtschaftenden Ackerflächen. Im Jahr 1273 tauschte oder verkaufte Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach das Amt Liebenzell mit den dazugehörigen Ortschaften und Schömberg an den Herzog von Württemberg und Schömberg wurde damit württembergisch

Die meisten Schömberger lebten in ärmlichen Verhältnissen, da der Boden nur bescheidenen Ertrag abwarf und daher wurden Ackerbau und Viehzucht ergänzt durch die Waldbewirtschaftung und die Köhlerei.

Einen plötzlichen Aufschwung erfuhr das dörfliche Schömberg, als der Erfurter Kaufmann Hugo Römpler 1884 dank des guten Klimas von seinem Lungenleiden geheilt wurde und beschloss, in diesem gesunden Klima auch anderen Lungenkranken Heilung oder Linderung zu verschaffen. Im Jahr 1888 baute er den Gasthof „zum Hirsch“ zum ersten Luftkurhaus um und läutete damit die Erfolgsgeschichte als Luftkurort ein. Schnell entstanden dank der erzielten Erfolge weitere Kurkliniken und Sanatorien, so zum Beispiel das „Waldsanatorium Dr. Schröder“ und die 1905 bis 1907 errichtete „Charlottenhöhe“. Auch viele private Kurheime entstanden und veränderten das Ortsbild Schömbergs maßgeblich.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und besonders nach der Gemeindereform in den 1970er Jahren waren durch den strukturellen Umbruch in der Medizin und bei der Kur geprägt. Die traditionellen Lungensanatorien waren durch die Entdeckung des Penicillins überflüssig geworden. Schömberg trieb daher systematisch die Entwicklung neuer heilklimatischer Kur- und touristischer Modelle voran, die auch heute noch zu den wichtigsten Standbeinen der Kommune zählen. In Schömberg  existieren heute noch große Rehabilitationskliniken der Rentenversicherer und unter anderem eine große Klinik für körperbehinderte Kinder. In den 1960er Jahren siedelte sich auch das Berufsförderungswerk in Schömberg an, in dem inzwischen viele Tausend Umschüler auf neue Berufe vorbereitet wurden und werden.

Schömberg ist heute ein bedeutender heilklimatischer Kurort und wichtiges Dienstleistungszentrum auf der Enz-Nagold-Platte. Die Gesamtgemeinde Schömberg ist im Zuge der Gemeindereform Anfang der 1970er Jahre entstanden. Heute bilden die ehemals selbständigen Ortschaften Schömberg, Bieselsberg, Langenbrand, Oberlengenhardt und Schwarzenberg die Gemeinde Schömberg mit rund 8.500 Einwohnern. Der Zusammenschluss dieser Gemeinden und die Integration aller Bürger lagen in den Händen der Alt-Bürgermeister Walter Brenner und Manfred Brugger. Von 1991 bis 2007 war Gerhard Vogel Bürgermeister und von 2007 bis 2015 leitete Bettina Mettler die Geschicke der Gemeinde. Seit 2015 steht Bürgermeister Matthias Leyn an der Spitze der Gemeindeverwaltung.

Das Ortszentrum von Schömberg wird durch das Rathaus, dessen älterer Teil aus den 1920er Jahren stammt, und dem modernen Erweiterungsbau aus den 1990er Jahren geprägt. Schömberg ist umgeben von Wald, der zum Wandern, Radfahren und Verweilen einlädt, und es bietet mit seinem Kurpark einen Bereich der Ruhe mitten in der Geschäftigkeit des täglichen Lebens.

Glücksgemeinde
Schömberg im Schwarzwald
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